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In Extremo / Unterwegs

In Extremo beim Wacken World Wide

Vor zwei Wochen war ich mit In Extremo beim Wacken World Wide. Endlich wieder Nightliner fahren, endlich wieder Livemusik. Nachfolgend der Text den ich für den In Extremo Blog geschrieben habe, ergänzt um ein paar weitere Fotos. Viel Spaß beim lesen und anschauen:

29.07.2020 Black Box Music Berlin

Die Nachmittagsonne brennt heiß und erbarmungslos nieder auf Berlin. Wo sonst geschäftiges Treiben herrscht, empfängt einen dieses Mal nur Stille. Während unter normalen Umständen bei Berlin Rock Coaches vielleicht ein oder zwei Nightliner einen kurzen Zwischenstop in der Betriebswerkstatt einlegen, steht der Hof diesmal voll mit Nightlinern. Sie sind momentan stillgelegt. Ebenso sieht es bei Black Box Music aus. Die Lager sind voll, ein LKW rangiert einsam vor der Einfahrt, während der große Teil der schwarzen Flotte auch stillgelegt wurde. Auch in den großen Hallen herrscht absolute Ruhe. Sonst wird hier gehämmert, gesägt, an Cases geschraubt, ein- und ausgeladen, sortiert, ausgebessert und geprobt. Die einzigen, die hier zu Zeit die Stille durchbrechen, sind unsere 7 Spielmännern. Seit 2 Tagen haben sie sich hier bei Black Box einquartiert. Thilo „Baby“ Goos, der Gründer von Black Box Music hat die große Probehalle unseren Jungs frei zur Verfügung gestellt. Man kennt sich eben seit Jahrzehnten und hält in diesen Zeiten zusammen. Ein letztes Mal schallen „Troja“ und „Kompass zur Sonne“ durch die PA und man sieht den Jungs die Freude an, endlich wieder gemeinsam zu musizieren und sich auf ein Konzert vorzubereiten. Anderseits stimmt der Anblick der vielen ungenutzten LKW´s und Nightliner draußen vor der Halle vor allem Micha immer wieder melancholisch und traurig. Aber jetzt überwiegt erstmal die Vorfreude auf das Wacken World Wide Konzert. Sascha und Max packen die Cases fertig zur Abreise und Micha und Specki fahren voran nach Hamburg, da es noch einiges mit dem Management zu bereden gilt. Der Rest verabredet sich für den darauffolgenden Tag in der Storkower Strasse zur Abreise. Man will endlich mal wieder gemeinsam per Nightliner verreisen. Kay und ich lassen den Tag dann in einem altgedienten Berliner Restaurant ausklingen und vielen Anekdoten aus seinem bewegten Musikerleben.

30.07.2020 Berlin – Hamburg

9.00 Uhr in der Storkower Strasse. Der Nightliner ist pünktlich. Band & Crew sind pünktlich und auch Tourmanager Chrissy ist mit einem breiten Grinsen vor Ort. Während es sich Dr. Pymonte mit einem Buch in seiner Koje gemütlich macht und der eine oder andere noch ein kleines Nickerchen hält, gleitet der Bus auch schon auf die A24 Richtung Norden. Derweil ist Tourmanager Chrissy damit beschäftigt die Daysheets (DinA4 Zettel auf denen der jeweilige Tagesablauf für die Künstler notiert ist) für den heutigen Tag auszudrucken. Das Ganze geschieht sehr zur Freude von Basti. Es sind diese kleinen Details, die deutlich machen, wie sehr den Jungs das Livespielen am Herzen liegt und wie sehr sie es die letzten Monaten vermisst haben. Gegen Mittag trudeln wir dann in Hamburg ein. Teile der Wacken Crew sind vor Ort. Man freut sich über die Wiedersehen (natürlich mit Abstand) und staunt über die viele Technik die hier heute aufgefahren wird. Specki und Micha treffen auch ohne Kater ein. Die beiden waren noch stilsicher an der Elbe ein Fischbrötchen essen. Christoph und Benno, unsere beiden Pyrotechniker sind auch da und wären da nicht die obligatorischen CoronaListen im Cateringbereich und die vielen Masken und Desinfektionsspender, man könnte glatt denken alles wäre wie immer und dieses Konzert nur eines unter vielen. Der Nachmittag vergeht dann mit Soundcheck, Ton- und Lichtproben. Es gibt Instruktionen wie die Kameras heute Abend arbeiten werden und auch eine Vorschau für die Musiker um ihnen ein Bild davon zu vermitteln, was die Fans heute Abend erwarten wird. So vergeht der Nachmittag also mit weiter spürbarer Vorfreude, Teile der Band gestehen sogar, ein klein wenig aufgeregt zu sein. Zwischendurch wird auch noch ein Interview mit Markus Kavka geführt, den wir noch als Redakteur des Metal Hammer kennen. Kurz vor neun ist es dann soweit. Das Konzert beginnt und Ihr dürftet es mittlerweile ja alle online gesehen haben. Ich stehe einige Male am Rande, die Kamera beiseite gelegt und genieße es einfach nur endlich wieder einmal Livemusik zu hören. So richtig laute Rockmusik, wo der Bass wummert und man am liebsten laut mitsingen mag. Dazu dann noch die glücklichen Gesichter der sieben auf der Bühne und auch die Crew hat die ganze Zeit ein breites Grinsen auf der Lippe und genießt den Abend in vollen Zügen. Nach dem Konzert erreichen uns dann unglaublich viele Nachrichten. Dutzende Storys in denen Ihr uns verlinkt habt, Kommentare, Likes und Herzen. Freunde von Micha haben sogar eine große Gartenparty veranstaltet und waren dabei so partyfreudig, dass selbst die herbeigerufene Polizei mitgefeiert hat. Aber so schön Euer Feedback auch ist und uns allen zu Herzen geht, so sehr zeigt es auch, was uns allen tierisch fehlt: der Blick live in Eure glücklichen Gesichter während der Konzerte, Eure Energie und Lautstärke. Das sind Dinge, die kein Stream dieser Welt ersetzen kann.

Danke an Black Box Music, Berlin Rock Coaches, an das ganze Wacken World Wide Team, an die Magenta Crew und allen großen und kleinen Helfern, die dieses Event ermöglicht haben. Hoffentlich sehen wir uns alle bald wieder auf den staubigen Äckern, Burgen und in den Stadthallen der Nation.

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