Feldnotizen / Mecklenburg-Vorpommern

Goldberger Notizen (I): Peter

„Setz deine Runen ins Rechte,
Sei, der du bist,
Ob dich der Himmel befechte,
Ob dich die Erde vergißt,
Gott sich mit Schattengebärde
Jenseits der Zeiten verlier,
Weißt du: Gott, Himmel und Erde
Dauern gewaltig in dir.“

Rolf Schilling

Sein Name ist Peter. Er wohnt in Goldberg, einer kleinen Stadt in Mecklenburg. Jeden Quadratmeter kennt er dort, jeden Weg, jeden Hinterhof. Draußen auf der Weide die Stelle, wo das Haus mit den Pestkranken stand. Beim Bahnhof die alte Villa, in der seine Oma lebte. Beim alten Bahnübergang das Denkmal für den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 — die einzige original erhaltene Viktoria in ganz Mecklenburg. Er weiß sowas.

Peter liebt den Heavy Metal, den dreckigen Rock ’n‘ Roll, seine Mopeds, seine Jeanskutte, seine Kamera, ein kühles Jever und seine Freunde. Im benachbarten Kloster Dobbertin kümmert er sich mit viel Herzblut um Menschen, die es nicht ganz so einfach hatten in ihrem Leben. Er liebt auch die Welt — Museen, Kunstschätze, Festivals. Goldberg verlassen? Käme ihm nicht in den Sinn.

Eine Siebenbürgerin sagte einmal: „Für mich ist Heimat wichtiger als Glanz und Pracht.“ Peter würde dasselbe sagen — ohne lange nachzudenken. Wo andere sich nach Lautstärke und Möglichkeiten sehnen und Angst davor haben, sich zu verorten, genießt er den Feierabend im Café „Goldrichtig“. Wenn man sich abends in die tiefstehende Sonne neben ihn setzt, lernt man noch eine Menge. Danke für diese Freundschaft.

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