Musik

The Blue Hospital Sessions in Rostock

Am 21. Dezember 2018 gaben die Tricky Lobsters ihr letztes Konzert in Rostock. Ein Name, den außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern wohl kaum jemand je gehört hat — und doch wussten Kenner: eine der besten Rockbands, die Europa je hervorgebracht hat. Einen Namen, den man in einem Satz mit D-A-D und den Hellacopters nennen konnte und durfte, ohne sich schämen zu müssen. Aber wie das so ist. Für den ganz großen Durchbruch hatte immer das Quäntchen Glück gefehlt, das Vitamin B, das man nicht kaufen kann. Und so war dieser Abend im Dezember auch das Abschiedskonzert. Was blieb: ein Proberaum, ein Studio, drei Musiker, die nicht aufhören konnten. Aggi, Grauper, Jörger. Schon gar nicht solche.
Aus diesem Nichtwollenkönnen entstand, was sie die „Blue Hospital Sessions“ nannten — benannt nach ihrem Studio an der Warnow, wo sie schon immer tätig gewesen waren. Kein Album im Sinn, keine Bühne geplant. Man jammte, man lud Freunde ein, man griff nach alten Lieblingssongs, arrangierte Bekanntes neu, hielt manches auf Video fest. So vergingen Jahre. Bis letzten Freitag. Da trafen sich fast alle Beteiligten zum ersten Mal vor Publikum — im Peter-Weiss-Haus in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, jenem ehemaligen „Haus der Freundschaft“, dessen holzgetäfelte Wände noch aus dem Jahr 1977 stammen, gefertigt von Kollektiven des VEB Seehafen Rostock. Seefahrer von Weltformat, könnte man sagen. Musiker von Weltformat, Songs von Weltformat, ein Saal zum Bersten voll. Was dann geschah, war schlicht fantastisch.

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