Am Morgen lag noch Kühle über den Wiesen. Das Gras war nass, über den Flächen stand dieses blasse Licht, das der Tag wenig später verliert. Auf einer der Wiesen standen Mufflons, ruhig und aufmerksam, fast reglos zwischen dem jungen Grün. Im Buchenwald war der Mai schon weiter. Das Laub noch jung, die Kronen noch nicht geschlossen. Licht fiel tief zwischen die Stämme und auf den Waldboden. Nur für kurze Zeit ist der Wald so durchsichtig.
Zwischen den Buchen erschien draußen auf dem Meer ein Segel, klein und weiß im Blau. Eine Weile begleitete es meinen Weg, verschwand hinter den Stämmen und war an der nächsten Öffnung wieder da. Kein Laut kam von dort herauf. Ich ging allein durch das junge Grün, und draußen über dem Wasser wanderte dieses weiße Zeichen mit.
Unten an der Küste lag ein frischer Abbruch. Kreide, Lehm, Wurzeln und abgerissene Stücke des Kliffs hatten sich bis an den Strand geschoben. Dazwischen große Findlinge, aus den Schichten der Steilküste gelöst und mit herabgerissen. Man sieht sie dort liegen und denkt unwillkürlich an die Höhe über einem: mehr als hundert Meter Kreide, Lehm, Feuerstein, Sand und Geschiebe, Schicht über Schicht.
Regen und Brandung beginnen sofort wieder daran zu arbeiten. Der Lehm zerfällt, die Kreide wird fortgetragen, Steine bleiben liegen oder werden versetzt. Oben stehen die Buchen bis dicht an die Kante. Man spricht gern von der alten Kreideküste. Dabei ist an ihr kaum etwas unbeweglich. Das Meer nimmt, der Wald rückt nach, der nächste Frühling legt sein Grün darüber.
Vielleicht liegt gerade darin ihre Beständigkeit.





























