Oktober 2020. Kein Titelbild. Keine großen Berge und Szenerien. Nur Heimat und Stille und ein Blick so weit. Oie, Ruden, Vilm, Usedom, Wollin, Peenemünde. Namen so groß. Überall Geschichte, wohin man blickt. Schweden, Franzosen, Preußen, das Dritte Reich und die Wiege der Raumfahrt. Der Staatsrat und die DDR. Sowjets. Alle waren sie hier.
Das Licht ging über die Hügel wie eine Hand. Einmal schwer und blau, dann wieder hell auf dem Reet des Pfarrwitwenhauses in Groß Zicker, auf den Wiesen, auf den Steinen am Hof. Die Wolken standen tief. Darunter die alten Formen: Katen, Zäune, Wege, Betonplatten, Windschutzhecken, abgeerntete Felder. Nichts Spektakuläres. Nur das Land, wie es ist. Ein paar Rehe im Hang. Schäfer Frank Westphal und Emanuel standen im Gespräch, als gehörten sie seit jeher in dieses Licht. Segel draußen im Grau. Und vor der Küste ein Arbeitsschiff, das damals noch an Nord Stream 2 mitbaute. Auch das gehört zu diesem Blick: die Leitung im Grund der Ostsee, Stahl, Gas, Russland, Europa; draußen auf dem Wasser, fast unscheinbar, hinter den Hügeln von Mönchgut.
Der Lieblingshügel der Uroma mit Blick auf das Nonnenloch. Stiller Frieden an diesem Tag. So freundlich und ruhig, dass er sich in Herz und Seele schleicht.
Abende, von denen man zehrt. Die bleiben. Und wiederkehren.


















3 Comments
Vivianne
30. Oktober 2020 at 20:10Wunderschöne Bilder, die einen wundervollen Tag einfangen. 🙂
Christian
31. Oktober 2020 at 11:54Vielen lieben Dank!
Schütz/Thiele
8. November 2020 at 21:58Die Bilder sprechen für sich. Unwarscheinlich toll. Ohne Worte. Sie sprechen für den Fotografen!