Weiße Kreide, die sich ins Blau der Ostsee schiebt, oben Buchenlaub, das im Frühjahrsgrün noch nicht ganz ausgewachsen ist. Eine Fähre der Unity Line zieht vorbei, unterwegs nach Swinemünde, später ein LNG-Tanker mit Kurs auf Mukran, beide orange getaucht im Licht eines Abends, der die ganze Bucht in Bernstein verwandelt. Zwei Schiffe der Seenotretter kreuzen den Horizont, weiß-rot, geschäftig, während ein Schwan seinen Hals ins Wasser taucht, als hätte er nichts mit dem Verkehr da draußen zu schaffen. Unterhalb des Königsstuhls liegt ein rostiges Seekabel im Tang, ein Relikt der NVA, das irgendwo dort draußen im Meer verschwindet. Wofür es einst diente, konnte mir bis heute niemand sagen. Ein Kormoran trocknet reglos seine Flügel in der Sonne, ein Segelboot schneidet lautlos durchs Gold des Wassers. Landeinwärts dann der Bruch mit der Landschaft: Rapsfelder, gelb bis zum Horizont, ein Kondensstreifen, der den Himmel teilt wie ein Riss, und dazwischen ein kleiner See, still, umstanden von jungem Wald.






































