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Mecklenburg Vorpommern Unterwegs

Unterwegs in Mecklenburg

11. Mai 2018

Da sind die Gutsanlagen und die Fundamente abgetragener Schlösser. Kleine Seen und Flüsse. Eine kleine Kapelle, gebaut nach einer Zeichnung von Friechdrich Schinkel. Wo, in der Weite des Ostens, stehen eigentlich keine Bauten von ihm? Da ist ein riesiges grünes Dach, welches Schatten spendet und es mit jedem Kirchenschiff aufnehmen kann. Da ist die Erinnerung an Fritz Reuter, dem Mecklenburger Schriftsteller, die überall bewahrt wird, wo er einige Lebensabschnitte verbracht hat. Da ist die beeindruckende Eibe, die nach ihm benannt ist. Da sind die Körbe aus Metall, verbunden mit der Erinnerung an Großeltern und die Kartoffelernte. Da gibt es das Hansa Rostock Graffiti – unvermeidlich und auch im entferntesten Winkel des Landes zu finden. Da gibt es das Storchennest auf den Dächern und den alten Strommasten. Da sind die Bootshäuser an den Seen und Flüssen, in Form und Größe so unterschiedlich wie die Männer, die sich abends in Alt-Kalen ihren Döner zum hart verdienten Feierabend gönnen. Da sind die gelben Meere, die bis zum Horizont reichen. Früher waren sie durchtränkt von roten Flecken und heute sind sie ein einziges totes Meer. Die Industrie hat gesiegt. Da sind die Alleen, mal dank der EU asphaltiert und auch immer mal wieder und immer noch mit schwedischen Kopfsteinpflaster versehen. Grüne Tunnel, welche wahlweise in einer gelben oder braunen Landschaft münden. Die Farbe Braun reicht hier oft bis zum Horizont und auch dort sind sie wieder erkennbar: die Spitzen der Kirchtürme. Da ist das alte Schloss, vor Jahrzehnten niedergebrannt und mit viel Mühe und Liebe wieder erbaut, heute einer der Hauptaustragungsorte der Mecklenburger Festspiele. Da ist die wüste Kirche. Nicht umsonst an diesem Ort gebaut und vermutlich auch nicht ohne Grund verlassen. Hier durchfahren einen eiskalte Schauer und Gänsehaut stellt sich auf, von den Füßen bis zum Hals. Da sind die Misteln unzählbar in den Bäumen. Da sind die alten Gleise, welche Mecklenburg früher vernetzten und nur noch da liegen weil auf ihren Schultern der Traum eines sanftes Tourismus ruht. Draisinen fuhren hier zuletzt, heute sind die grünen Büsche undurchdringbar. Da sind der bewohnte Wasserturm und die DDR Funktionsbauten, die auch heute noch ihre Dienste erfüllen. Da ist die Wasserfontäne auf dem Klostersee und da sind die Männer mit ihrem Feierabendbier und den Angeln. Da sind die wieder vernässten Felder und Wiesen. Ein ehemaliges Moor und heute wieder Lebensraum für unzählige Vögel. Da sind die brütenden Schwäne und die kleine Fähre über die Peene. Da ist die Ruhe und die Stille. Die Ruhe und die Zeit, die hier immer noch anders funktioniert als in den großen Städten. All dies sind die Fragmente einer Heimat.






























































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