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Rügen, Unterwegs

Wintersonne im Sassnitzer Hafen

Als 1997 der Fährverkehr nach Schweden aus dem Sassnitzer Stadthafen nach Mukran zog, kehrte endgültig Ruhe ein in den Hafen. Die russischen U-Bootjäger waren schon Anfang der neunziger Jahre aus dem Stadthafen abgezogen worden, die Boote der Volksmarine waren ebenso sang und klanglos verschwunden. Von den Kuttern des Fischereikombinats reden wir besser erst gar nicht: Alter, Krebs, Eu-Quoten, Marktwirtschaft. So reich Sassnitz einmal an Fischkuttern war, so reichhaltig waren auch die Gründe für ihr Verschwinden. Der Hafen fiel in einen langen, andauernden Winterschlaf. Ab und an verirrte sich mal eine Schwedenfähre zur Reparatur an ihren alten Anleger oder ein kleines Kreuzfahrtschiff besuchte den Westhafen und so blieb es dann für viele, viele Jahre. Doch seit 1-2 Jahren wandelt sich das Bild wieder, es herrscht wieder Betrieb im Hafen. Mit dem Bau der riesigen Windkraftanlagen in der Ostsee kehrten auch die Schiffe zurück, große wie kleine, mache alt und wuchtig und manche grazil wie Raumkreuzer aus der Zukunft. Es liegen wieder Schiffe in der Prorer Wiek auf Reede, morgens und abends herrscht ein reges Gewusel. Arbeitsschiffe fahren hinaus und kehren abends heim. Der Hafen lebt wieder, zumindest ein wenig und so geht an diesem Tag die Sonne unter über Jasmunds Feldern und hüllt alles in ein gülden schimmerndes Licht. Eine Sonne des Aufbruchs, nicht des Abschieds.