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Unterwegs

Musik, Unterwegs

Friedeman im Demokratiebahnhof Anklam

Friedemann hat da schon die passenden Worte gefunden und ich könnte es nicht besser formulieren. Daher zitiere ich ihn sehr gerne an dieser Stelle.

Da waren wir gestern und es war ein sehr schönes Konzert in Wohnzimmeratmosphäre.
Ein kleiner Laden im Niemandsland, am Laufen gehalten von Leuten die an die Gleichheit der Menschen unabhängig von Hautfarbe, Religion und Geschlecht glauben und dies dort leben und in die Gesellschaft tragen.
Mit Herzblut, Liebe und persönlichem Engagement.
Unterstützt das bitte , helft beim Um – und Ausbau oder bei der Organisation !
Nur wer anpackt verändert die Welt, Worte allein sind nur Schall und Rauch !
Danke für den Abend, Danke liebe Leute vom Demokratiebahnhof Anklam

Musik, Unterwegs

Kay Lutter – Lesung & Konzert in Demmin

Es gibt Abende, die sind gut für Herz und Seele. Kay Lutters Lesung bei unseren Freunden in Demmin war so ein Abend. Geschichten, Texte und Noten aus einer Zeit, als es noch gefährlich war eine bestimmte Musik zu hören. Einer Zeit, in der man sich per Brief zu Konzerten verabredete und man am Ende doch nicht wusste ob es dann doch statt findet. Ich will gar nicht zu viel verraten, schaut und hört es Euch selber an!

Rügen, Unterwegs

Rügen im Herbst – Wenn die Kraniche rufen

Die Sonne macht sich rar dieses Jahr an der Küste. Doch wenn sie da ist, hüllt sie alles in ihr ganz eigenes goldenes Licht. Kraniche sammeln sich in den Senken und Tälern und bereiten sich auf die Nacht vor. Weit reicht der Blick gen Horizont. Kommt wieder.

Rügen, Unterwegs

Kreideküste im Frühling

Anfang Mai, wenn die Bäume ihr frisches Grün zeigen, zieht es mich meistens an die Kreideküste um zu schauen, wie der Winter die Küste verändert hat und, um die frischen Farben des Frühlings einzufangen. Dieses Jahr ist die Natur im Norden aber später dran. Die Monokulturen des Raps, die Buchen im Nationalpark, alle brauchen sie dieses Jahr etwas länger, während gefühlt der Wind wochenlang aus Nord-Ost wehte. Mitte Mai ist es dann aber soweit und der Nationalpark Jasmund erstrahlt im kräftigsten Grün. Bedingt durch die Sperrung der Treppe, unterhalb des Königsstuhls, ist der Weg diesmal etwas weiter, aber dafür finden sich am Strand weniger Überreste von Müll und Abfällen, den die Touristen dann leider doch sehr oft hinterlassen. Was diesmal auffällt, sind die hohen Schichtungen von Feuerstein, bestimmt 2 Meter hoch. Da hat die Sturmflut am Anfang des Jahres ganze Arbeit geleistet. Auch sonst fällt auf, dass alte viele Bäume am Strand fehlen, sie wurden von der Flut mitgerissen und landeten in Sassnitz wieder am Ufer. Als ich mich zu kurzen Rast oberhalb des Kieler Bachs niederlege, treffe ich auf einen netten Herrn aus dem Allgäu. Er erzählt mir, wie er zu DDR Zeiten einmal mit seiner Familie auf Rügen Urlaub machen wollte und einen Brief gen Osten schrieb. Man bot ihm dann ein Zimmer im damaligen Sassnitzer Interhotel an (jetzt Rügenhotel) welches er sich mit seiner Familie aber nicht leisten konnte. Also schrieb er das Pfarramt in Bergen an und fand über die damalige Pfarrerin eine liebenswerte alte Rüganerin die den Gästen aus dem Westen ein Zimmer vermietet. Wir unterhielten uns dann noch eine Weile über die Entwicklung des Tourismus auf Rügen und wie sich ganze Gemeinden auf Rügen (Glowe, Göhren, etc.) ihren Charme komplett verloren haben und quasi nur noch einer Baustoffsammlung gleichen. Nach einiger Zeit verabschieden wir uns dann mit guten Wünschen und während er weiter Richtung Königsstuhl wandert, gehe ich noch einmal in mich und genieße die Ruhe und den Frieden im schönsten Küstenwald den Rügen zu bieten hat.

Unterwegs

Gedenkstätte Buchenwald

Ein Ort, stellvertretend für so viele andere auch, der einen sprachlos hinterlässt. Man ringt nach Worten und findet keine. 72 Jahre liegen zwischen der Befreiung und heute und man mag meinen, dass der Mensch immer noch nichts gelernt hat.

Rügen, Unterwegs

Wintersonne im Sassnitzer Hafen

Als 1997 der Fährverkehr nach Schweden aus dem Sassnitzer Stadthafen nach Mukran zog, kehrte endgültig Ruhe ein in den Hafen. Die russischen U-Bootjäger waren schon Anfang der neunziger Jahre aus dem Stadthafen abgezogen worden, die Boote der Volksmarine waren ebenso sang und klanglos verschwunden. Von den Kuttern des Fischereikombinats reden wir besser erst gar nicht: Alter, Krebs, Eu-Quoten, Marktwirtschaft. So reich Sassnitz einmal an Fischkuttern war, so reichhaltig waren auch die Gründe für ihr Verschwinden. Der Hafen fiel in einen langen, andauernden Winterschlaf. Ab und an verirrte sich mal eine Schwedenfähre zur Reparatur an ihren alten Anleger oder ein kleines Kreuzfahrtschiff besuchte den Westhafen und so blieb es dann für viele, viele Jahre. Doch seit 1-2 Jahren wandelt sich das Bild wieder, es herrscht wieder Betrieb im Hafen. Mit dem Bau der riesigen Windkraftanlagen in der Ostsee kehrten auch die Schiffe zurück, große wie kleine, mache alt und wuchtig und manche grazil wie Raumkreuzer aus der Zukunft. Es liegen wieder Schiffe in der Prorer Wiek auf Reede, morgens und abends herrscht ein reges Gewusel. Arbeitsschiffe fahren hinaus und kehren abends heim. Der Hafen lebt wieder, zumindest ein wenig und so geht an diesem Tag die Sonne unter über Jasmunds Feldern und hüllt alles in ein gülden schimmerndes Licht. Eine Sonne des Aufbruchs, nicht des Abschieds.