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Christian

Musik, Unterwegs

Friedeman im Demokratiebahnhof Anklam

Friedemann hat da schon die passenden Worte gefunden und ich könnte es nicht besser formulieren. Daher zitiere ich ihn sehr gerne an dieser Stelle.

Da waren wir gestern und es war ein sehr schönes Konzert in Wohnzimmeratmosphäre.
Ein kleiner Laden im Niemandsland, am Laufen gehalten von Leuten die an die Gleichheit der Menschen unabhängig von Hautfarbe, Religion und Geschlecht glauben und dies dort leben und in die Gesellschaft tragen.
Mit Herzblut, Liebe und persönlichem Engagement.
Unterstützt das bitte , helft beim Um – und Ausbau oder bei der Organisation !
Nur wer anpackt verändert die Welt, Worte allein sind nur Schall und Rauch !
Danke für den Abend, Danke liebe Leute vom Demokratiebahnhof Anklam

Mecklenburg Vorpommern, Rügen

Nationalpark Jasmund im Herbst

Beschwerlicher ist er geworden, der Weg an der Kreideküste. Seit der Abstieg am Königsstuhl gesperrt ist, muss man den Weg von Lohme nehmen, um zum Strand unterhalb des Königsstuhls zu gelangen. Von den Mitarbeitern des Nationalparks hört man, dass bedingt durch die Ruhe unterhalb dieses Abschnittes der Kreideküste, die Sichtungen der Kegelrobbe zugenommen haben. In Zeiten von immer mehr ausufernden Bauaktiväten an der Ostsee und einem immer stärker wachsenden Angeltourismus, gibt es kaum noch Abschnitte, in denen die Kegelrobben in Ruhe ungestört leben können. Liest man hingegen in alten Reiseführern, so stolpert man öfter über Küstenabschnitte und Beobachtungen von Kegelrobben. Um so trauriger macht es dann doch, wenn Bürgerinitiativen, die sich eigentlich auch das Thema Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben haben, sich für einen Neubau der Treppe am Königsstuhl stark machen. Zeigt es doch wiederum einmal mehr, was der Mensch unter Umweltschutz versteht. Viel zu oft ist es für ihn nämlich nur Mittel zum Zweck – ein Umweltschutz, der nur für den Menschen gilt und gar nicht so sehr für andere Lebewesen und Pflanzen. Bevor mir jedoch an dem Tag meine Gedanken zu trübe werden, treffe ich am Kieler Bach noch einen alten Jäger, dessen Revier seit vielen Jahren die Stubnitz ist. Mittlerweile hat er das Gewehr gegen die Kamera eingetauscht und freut sich, dass er mir ein paar Fotos zeigen und alte Geschichten erzählen kann. Über solche Begegnungen freue ich mich sehr. Etwas später, als ich schon wieder auf dem Hochuferweg unterwegs bin, sehe ich in der Ferne die Schwedenfähre Richtung Sassnitz fahren. Durch mein Teleobjektiv sehe ich zwei kleine Punkte auf dem Oberdeck. Ich dachte: „na, wenn das mal nicht O. und A. auf dem Rückweg von Schweden sind.“ Als O. am Abend wieder heil in Moskau gelandet ist, zeigt sie mir ein, zwei Fotos der Kreideküste, die sie am Morgen von der Fähre aus geschossen hat. Sie waren es also. Schon verrückt. Da lernt man vor ein paar Jahren einen der liebsten Menschen der Welt über das Internet kennen, verkuppelt sie mit A. und dann beobachtet man sie zufällig durch das Teleobjektiv beim Wandern. Eine verrückte, schöne Welt ist das doch trotz allem.

N

Musik

Tricky Lobsters Promofotos

„you were never one for change
always tried to set fire to the rain
we were cold war children, it was fun
eyes wide open, gazing at the sun“

Vor einem Jahr im Herbst zwischen Sonne und Regen, traf ich mich mit den Tricky Lobsters an der alten Grenze zwischen Schweden und Mecklenburg. Beobachtet von alten Augenpaaren hinter grauen Gardinen und über uns der Ruf der Kraniche. Ein Gefühl jenseits von allem zu stehen.

Musik, Unterwegs

Kay Lutter – Lesung & Konzert in Demmin

Es gibt Abende, die sind gut für Herz und Seele. Kay Lutters Lesung bei unseren Freunden in Demmin war so ein Abend. Geschichten, Texte und Noten aus einer Zeit, als es noch gefährlich war eine bestimmte Musik zu hören. Einer Zeit, in der man sich per Brief zu Konzerten verabredete und man am Ende doch nicht wusste ob es dann doch statt findet. Ich will gar nicht zu viel verraten, schaut und hört es Euch selber an!

Musik

COR Proben für die Tour

Wenn Glück und Bangen sich berühren entstehen manchmal neue Wege. So auch dieser Tage bei meinen Freunden von COR. Während sich ihr Gitarrist Pilse um seine Frau kümmert, wartet ein neues Album darauf präsentiert zu werden. Eingesprungen ist deshalb Robert, im Hauptberuf Gitarrist der norddeutschen Postrock-Legende Coal & Crayon. Dieser Tage hatten sie ihre zweite Probe und es fühlt sich trotz der Abwesenheit von Pilse gut an, es groovt und es bewegt. Wenn Ihr also noch die Möglichkeit habt, COR vor dem Jahresende zu sehen, dann schaut vorbei!

Rügen, Unterwegs

Rügen im Herbst – Wenn die Kraniche rufen

Die Sonne macht sich rar dieses Jahr an der Küste. Doch wenn sie da ist, hüllt sie alles in ihr ganz eigenes goldenes Licht. Kraniche sammeln sich in den Senken und Tälern und bereiten sich auf die Nacht vor. Weit reicht der Blick gen Horizont. Kommt wieder.

Menschen

Im August

Ruf übers Land am Abend hin
den nie benannten Schmerz,
bis stille wieder Herz und Sinn
sich finden innenwärts.

Bis wortlos endlich aus dem Tag
dein Leben wiederkehrt
und nicht die allerletzte Klag
dich engt mehr und beschwert.

Heb nur ein Blatt dir vor’s Gesicht:
ein Wunder scheint’s dir dann –
und ahne, daß die Erde nicht,
nie! kleiner werden kann.

(Johannes Bobrowski)

Musik

Schramm Promofotos

Mecklenburg-Vorpommern ist ja eher berühmt für seine Punkbands: COR, Feine Sahne Fischfilet und Dritte Wahl. 3 Bands die man bundesweit und darüber hinaus kennt und schätzt. Das wir hier im Norden aber auch eine ziemlich hörenswerte EBM-Industrial Band namens SCHRAMM haben, die europaweit Konzerte spielt, dass wüsste ich wohl bis heute nicht, wenn ich nicht vor 4 Jahren meinen Freund Roman als Bräutigam vor der Kamera gehabt hätte. Roman ist nämlich nicht nur ein ziemlich ausgefuchster DJ mit ALF Basecap, sondern als umtriebiger Schlagzeuger auch bei SCHRAMM aktiv. Er schwärmte von seinen Ausflügen mit SCHRAMM nach London, Wien und in den Ostblock. Von liebenswürdigen Begegnungen mit Fans die 1000km weit reisen um SCHRAMM zu sehen. Ich musste die Band also auch einfach mal persönlich kennenlernen und so kam es dann auch, dass wir im letzten Jahr zusammen Promofotos schossen, die aber mittlerweile veraltet sind, denn SCHRAMM haben Zuwachs bekommen. Christian verstärkt die Jungs jetzt mit einer zweiten Gitarre und irgendwie passt er ganz gut ins Bild. Also trafen wir uns an einem sonnigen Wochentag in der Nähe des Achterwassers in einem alten Gebäude, erschreckten Ferienkinder und hatten einfach eine gute Zeit zusammen.

Rügen, Unterwegs

Kreideküste im Frühling

Anfang Mai, wenn die Bäume ihr frisches Grün zeigen, zieht es mich meistens an die Kreideküste um zu schauen, wie der Winter die Küste verändert hat und, um die frischen Farben des Frühlings einzufangen. Dieses Jahr ist die Natur im Norden aber später dran. Die Monokulturen des Raps, die Buchen im Nationalpark, alle brauchen sie dieses Jahr etwas länger, während gefühlt der Wind wochenlang aus Nord-Ost wehte. Mitte Mai ist es dann aber soweit und der Nationalpark Jasmund erstrahlt im kräftigsten Grün. Bedingt durch die Sperrung der Treppe, unterhalb des Königsstuhls, ist der Weg diesmal etwas weiter, aber dafür finden sich am Strand weniger Überreste von Müll und Abfällen, den die Touristen dann leider doch sehr oft hinterlassen. Was diesmal auffällt, sind die hohen Schichtungen von Feuerstein, bestimmt 2 Meter hoch. Da hat die Sturmflut am Anfang des Jahres ganze Arbeit geleistet. Auch sonst fällt auf, dass alte viele Bäume am Strand fehlen, sie wurden von der Flut mitgerissen und landeten in Sassnitz wieder am Ufer. Als ich mich zu kurzen Rast oberhalb des Kieler Bachs niederlege, treffe ich auf einen netten Herrn aus dem Allgäu. Er erzählt mir, wie er zu DDR Zeiten einmal mit seiner Familie auf Rügen Urlaub machen wollte und einen Brief gen Osten schrieb. Man bot ihm dann ein Zimmer im damaligen Sassnitzer Interhotel an (jetzt Rügenhotel) welches er sich mit seiner Familie aber nicht leisten konnte. Also schrieb er das Pfarramt in Bergen an und fand über die damalige Pfarrerin eine liebenswerte alte Rüganerin die den Gästen aus dem Westen ein Zimmer vermietet. Wir unterhielten uns dann noch eine Weile über die Entwicklung des Tourismus auf Rügen und wie sich ganze Gemeinden auf Rügen (Glowe, Göhren, etc.) ihren Charme komplett verloren haben und quasi nur noch einer Baustoffsammlung gleichen. Nach einiger Zeit verabschieden wir uns dann mit guten Wünschen und während er weiter Richtung Königsstuhl wandert, gehe ich noch einmal in mich und genieße die Ruhe und den Frieden im schönsten Küstenwald den Rügen zu bieten hat.

Unterwegs

Gedenkstätte Buchenwald

Ein Ort, stellvertretend für so viele andere auch, der einen sprachlos hinterlässt. Man ringt nach Worten und findet keine. 72 Jahre liegen zwischen der Befreiung und heute und man mag meinen, dass der Mensch immer noch nichts gelernt hat.

Rügen, Unterwegs

Wintersonne im Sassnitzer Hafen

Als 1997 der Fährverkehr nach Schweden aus dem Sassnitzer Stadthafen nach Mukran zog, kehrte endgültig Ruhe ein in den Hafen. Die russischen U-Bootjäger waren schon Anfang der neunziger Jahre aus dem Stadthafen abgezogen worden, die Boote der Volksmarine waren ebenso sang und klanglos verschwunden. Von den Kuttern des Fischereikombinats reden wir besser erst gar nicht: Alter, Krebs, Eu-Quoten, Marktwirtschaft. So reich Sassnitz einmal an Fischkuttern war, so reichhaltig waren auch die Gründe für ihr Verschwinden. Der Hafen fiel in einen langen, andauernden Winterschlaf. Ab und an verirrte sich mal eine Schwedenfähre zur Reparatur an ihren alten Anleger oder ein kleines Kreuzfahrtschiff besuchte den Westhafen und so blieb es dann für viele, viele Jahre. Doch seit 1-2 Jahren wandelt sich das Bild wieder, es herrscht wieder Betrieb im Hafen. Mit dem Bau der riesigen Windkraftanlagen in der Ostsee kehrten auch die Schiffe zurück, große wie kleine, mache alt und wuchtig und manche grazil wie Raumkreuzer aus der Zukunft. Es liegen wieder Schiffe in der Prorer Wiek auf Reede, morgens und abends herrscht ein reges Gewusel. Arbeitsschiffe fahren hinaus und kehren abends heim. Der Hafen lebt wieder, zumindest ein wenig und so geht an diesem Tag die Sonne unter über Jasmunds Feldern und hüllt alles in ein gülden schimmerndes Licht. Eine Sonne des Aufbruchs, nicht des Abschieds.